Die erste Verhandlungsrunde für die rund 320.000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel ist am Freitag (8. Mai) in München ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Die HBE-Tarifkommission mit dem Vorsitzenden Wieland Kronthaler (2. v. r.) und Tarifgeschäftsführerin Dr. Melanie Eykmann (5. v. r.).
Die Arbeitgeberseite hatte in der ersten Runde bewusst kein eigenes Angebot vorgelegt. Aus ihrer Sicht diente der Auftakt zunächst dazu, die dramatische Lage der Branche darzustellen. Der Handelsverband Bayern (HBE) befürchtet, dass im laufenden Jahr in Bayern knapp 1.000 Geschäfte verloren gehen. Bei dieser Zahl sind die Neueröffnungen in der Branche bereits gegengerechnet. Die Lage sei bei vielen vor allem mittelständischen Händlern ernst. Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten unter anderem eine monatliche Entgelterhöhung von 222 Euro sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft eine deutliche Anhebung der unteren Beschäftigtengruppen auf ein Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde.
HBE-Tarifgeschäftsführerin Dr. Melanie Eykmann: „Die Forderungen von Verdi gehen weit über das hinaus, was der Einzelhandel derzeit verkraften kann. Viele Betriebe stehen durch schwache Umsätze, steigende Kosten und eine anhaltende Kaufzurückhaltung erheblich unter Druck. Vor diesem Hintergrund ist ein Abschluss in dieser Größenordnung nicht darstellbar.“
Die Arbeitgeberseite kündigte an, auch in den kommenden Verhandlungen auf einen verantwortungsvollen Tarifabschluss hinzuarbeiten. Ziel bleibe es, die Balance zwischen fairen Einkommen und der Sicherung von Arbeitsplätzen sowie Unternehmensstandorten zu wahren.
Die Tarifverhandlungen werden am Dienstag, 16 Juni 2026, in München fortgesetzt.
