In die Tarifrunde für den Einzelhandel kommt Bewegung. In Hamburg haben die Arbeitgeber gestern trotz extrem belastender Rahmenbedingungen und trotz der aktuell äußerst schwierigen Lage für viele Handelsunternehmen das folgende Angebot unterbreitet: Über die Laufzeit von 24 Monaten sieht das Angebot dort eine tabellenwirksame Entgeltsteigerung in zwei Stufen von insgesamt 3,5 Prozent für die Beschäftigten vor. Im ersten Tarifjahr würden die Tarifentgelte demnach nach sechs Nullmonaten um 2 Prozent, im zweiten Tarifjahr dann nach nochmals drei Nullmonaten um weitere 1,5 Prozent steigen.

Symbolbild
„Wir befinden uns in der schwersten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren, die Konsumflaute ist aufgrund der Kriege auf der Welt und der steigenden Arbeitslosenzahlen auf einem absoluten Tiefpunkt. Die Unternehmen spüren das jeden Tag massiv. Es stehen aktuell viele Jobs in der Branche auf dem Spiel, seit 2022 sind im Einzelhandel insgesamt rund 73.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das Risiko für massenhafte Jobverluste ist real. Die Sozialpartner sind in der Verantwortung, in ihrem Tarifgebiet einen Tarifabschluss zu machen, der für die Unternehmen in der gesamten Breite der Branche am Ende wirtschaftlich doch noch irgendwie verkraftbar ist, um keine Kündigungswellen zu riskieren. Das sollte auch ein zentrales Anliegen der Gewerkschaft ver.di sein. Das Angebot der Arbeitgeber in Hamburg gestern trägt große Wertschätzung und Anerkennung für die Beschäftigten in sich. Der Ball liegt jetzt dort im Spielfeld der Gewerkschaft“, so der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Steven Haarke.
