Nachhaltiges, ökologisches Handeln wird heute auch von Handelsunternehmen erwartet – nicht mehr nur von Industrie und Verbrauchern.
Die Forderung nach nachhaltigem ökologieorientierten Handeln, die sich früher im Wesentlichen an Industrie und Verbraucher gerichtet hat, wird in zunehmendem Maße auch an Handelsunternehmen gestellt. Die (europäische) Gesetzgebung fokussiert sich außerdem in den vergangenen Jahren immer mehr auf ökologische Themen, die den Handel mit betreffen. Handelsunternehmen müssen die ihnen zugewiesene ökologische Verantwortung übernehmen und dementsprechende Ökologiebezüge in ihre Unternehmenstätigkeit integrieren.
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Umweltmanagement bedeutet, systematisch alle Aktivitäten Ihres Unternehmens daraufhin zu untersuchen, inwiefern sie die Umwelt belasten oder zum Umweltschutz beitragen können. Das kostet zwar etwas Zeit, kann sich jedoch für Sie auszahlen: Kostenreduzierungen durch Sparmaßnahmen bei Energie, Wasser und Entsorgung; Profilierung bei umweltbewussten Kunden((GENDERNOTICE)) und damit verbesserte Marktchancen; höhere Motivation der Mitarbeiter usw.
Gerade die beiden letztgenannten Vorteile kommen jedoch erst zum Tragen, wenn Umweltschutz nicht nur in Form von Einzelmaßnahmen durchgeführt wird, sondern konsequent in allen Unternehmensbereichen. Dazu müssen Sie einige Voraussetzungen in Ihrem Unternehmen schaffen.
Prüfen Sie, inwieweit Sie diese bereits erfüllen:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Ist in Ihrem Haus geregelt, wer für Umweltschutz zuständig ist? (Wichtig ist, dass der zuständige Mitarbeiter auch persönlich am Thema interessiert ist.) | |
| Ermitteln Sie regelmäßig, welche Mengen an Wasser und Energie Sie verbrauchen und welche Abfallmen-gen und -arten bei Ihnen anfallen? (Der Vergleich mit Vorjahreszeiträumen oder Branchendurchschnittswer-ten zeigt Schwachpunkte auf.) | |
| Legen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern Umweltziele und -maßnahmen für das jeweilige Jahr fest (z. B. Reduzierung des Wasserverbrauchs durch Einbau von Spartasten, Perlatoren)? | |
| Ist sichergestellt, dass Ihr Betrieb die gesetzlichen Umweltanforderungen erfüllt? | |
| Leben Sie Ihren Mitarbeitern glaubhaft vor, dass Umweltschutz in Ihrem Betrieb ein wichtiges Thema ist und honorieren Sie das Engagement der Mitarbeiter? | |
| Gibt es bei Ihnen Einrichtungen (z. B. Schwarzes Brett, Besprechungen), durch die Ihre Mitarbeiter regel-mäßig über Umweltthemen informiert werden? |
Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, eine umweltorientierte Sortimentspolitik zu betreiben:
Bleibt die Frage, wann Produkte umweltverträglicher oder umweltgefährdender sind. Klar ist: Das umweltfreundliche Produkt gibt es nicht, es gibt immer nur Produkte mit größeren oder geringeren Umweltwirkungen als vergleichbare Produkte. Dabei spielen folgende Aspekte eine Rolle:
Eine einfache und schnelle Möglichkeit zur Orientierung ist das offizielle Umweltzeichen
„Blauer Engel“
des Umweltbundesamtes, das es für rund 12.000 Produkte aus allen Branchen gibt (Info im Internet: www.blauer-engel.de)
Überprüfen Sie anhand folgender Punkte, wo Sie in Ihrem Unternehmen noch aktiv werden können:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Haben Sie Ihr Sortiment daraufhin durchforstet, inwieweit umweltverträgliche (z. B. Produkte mit „Blauem Engel“) Waren angeboten werden? | |
| Haben Sie Ihr Sortiment geprüft, inwieweit umweltgefährdende Produkte (z. B. Gefahrstoffe nach der Gefahrstoffverordnung) enthalten sind? | |
| Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten auch über die Umweltverträglichkeit der zu listenden Produkte? | |
| Halten Sie - soweit in Ihrer Branche relevant - ein ausreichendes Angebot an Produkten aus der Region vor (kurze Wege)? | |
| Achten Sie auf Produkte, die im Ge- und Verbrauch (Langlebigkeit, Sparsamkeit usw.) und bei der Entsor-gung umweltverträglicher sind? | |
| Werden Produkte in Nachfüllsystemen angeboten? | |
| Bieten Sie nach Möglichkeit Produkte auch in der Mehrwegalternative an? | |
| Werden umweltverträglichere Produkte in der Sonderangebotspolitik ausreichend berücksichtigt? |
Die Mehrheit der Bevölkerung bezeichnet sich selbst als umweltbewusst. Natürlich ist klar, dass zwischen dem Reden und dem Tun der Kunden oftmals eine Lücke klafft, jedoch ist die Gruppe derjenigen, bei denen Sie mit Umweltthemen auf offene Ohren stoßen, nicht zu vernachlässigen. Sie sollten daher aktiv Umweltargumente ins Verkaufsgespräch einfließen lassen und nicht erst warten, bis der Kunde danach fragt. Am erfolgreichsten sind diejenigen Argumente, bei denen der Umweltaspekt mit einem weiteren Nutzen verknüpft ist: z. B. Geld sparen, gesund bleiben oder bequemer leben.
Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Stand der umweltorientierten Kundenberatung in Ihrem Haus:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Kann Ihr Verkaufspersonal fachkundige Informationen zur Umweltrelevanz einzelner Produkte und zu umweltverträglicheren Produktalternativen geben? | |
| Weisen die Mitarbeiter im Verkauf die Kunden von sich aus auf das Angebot von umweltschonenden Artikeln besonders hin? | |
| Kann das Personal Umwelttipps für den Gebrauch von Waren geben (z. B. bei Waschmitteln: Info über den örtlichen Wasserhärtegrad und entsprechende Dosierungsempfehlungen; Energiesparempfehlungen bei elektrischen Geräten)? | |
| Liegen Infoblätter für die Kunden zu Umweltfragen aus? | |
| Werben Sie für umweltschonendere Angebote? | |
| Werden Zeitungsbeilagen usw. zur Werbung auf Recycling-Papier gedruckt? | |
| Werden bei der Schaufensterdekoration umweltverträgliche Materialien eingesetzt (z. B. Karton, Holz, Natur-Textilien, Glas, wasserlösliche Farben)? | |
| Werden umweltverträglichere Produkte durch besondere Displays, Öko-Ecken, Schaufenstergestaltung hervorgehoben? | |
| Werden Reparaturen (z. B. bei Geräten) oder Änderungen (z. B. bei Textilien) angeboten? | |
| Sind die Rücknahmesysteme für Kunden gut sichtbar aufgestellt? |
Umweltengagement kann Kunden nur dann glaubhaft gemacht werden, wenn Geschäftsleitung und Mitarbeiter an einem Strick ziehen. Daher ist es wichtig, im Rahmen von Personalschulungen Informationen und Argumente zu Ihrem umweltverträglichen Produktangebot zu vermitteln.
Checken Sie Ihr Unternehmen:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Werden im Unternehmen Informationen über die Umweltverträglichkeit der geführten Produkte gesammelt und dem Einkaufs- und Verkaufspersonal vermittelt? | |
| Ist das Personal für umweltorientierte Verkaufsgespräche geschult? | |
| Kennen die Mitarbeiter die Bedeutung der in einigen Branchen eingesetzten Öko- Zeichen (z. B. „Blauer Engel“ oder in der Textilbranche: „Öko-Tex Standard 100“)? |
Mindestens genauso wichtig wie die Schulung für das Verkaufsgespräch ist die permanente Diskussion über Maßnahmen, die innerhalb des Betriebes umgesetzt werden können und die sich rechnen. Das fängt an beim Umgang mit Licht, Wasser, Büromaterialien und setzt sich fort bis hin zum sorgfältigen Trennen der Abfälle.
Stellen Sie Ihr Unternehmen auf den Prüfstand:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Gibt es in Ihrem Unternehmen Aufkleber, Plakate, Aushänge usw., die alle Beschäftigten zu umweltbewusstem Verhalten (z. B. Energie sparen, Wasser sparen, sparsamer Umgang mit Büromaterialien) anre-gen? | |
| Werden die Mitarbeiter regelmäßig auf die getrennte Sammlung von Wertstoffen aufmerksam gemacht? | |
| Werden Mitarbeiter zu umweltrelevanten Verbesserungsvorschlägen im Betrieb ermuntert? Werden die Mitarbeiter für besonderes Umweltengagement belohnt? | |
| Liegen Umwelt-Schulungspläne vor, die festlegen, welche Inhalte wann vermittelt werden sollen? | |
| Kennen Ihre Mitarbeiter die Pflichten des Handels, die aus abfallrechtlichen Bestimmungen (z. B. Verpackungsverordnung, Batterieverordnung, Altölverordnung, Gefahrstoffverordnung) resultieren? | |
| Haben Sie Gefahrstoffe im Sortiment? Informieren Sie Ihre Beschäftigten regelmäßig über den Umgang mit Gefahrstoffen gemäß der Gefahrstoffverordnung? |
Richtig Geld sparen können Sie im Bereich Wasser und Energie. Hier bringen manchmal bereits einfache Installationen und Vorkehrungen deutliche Einspareffekte. Aber auch das sorgfältige Trennen von Abfällen zahlt sich aus: So müssen ungetrennte Abfälle teuer als Restmüll entsorgt werden, die Entsorgung nach Fraktionen getrennt kommt Sie in der Regel wesentlich billiger.
Checken Sie Ihr Unternehmen:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Werden die Wasserhähne und -ventile regelmäßig auf Dichtigkeit überprüft? | |
| Sind folgende Wasserspar-Maßnahmen bereits installiert: Durchflussbegrenzer, Armatur-Perlatoren, Wasserstop-Vorrichtungen, Spartasten/Sparspülkästen, Einhand-Mischbatterien? | |
| Wird die Warmwassertemperatur auf 60°C beschränkt? | |
| Kennen Sie den Richtwertbereich für die Stromkosten pro qm Verkaufsfläche in Ihrer Branche und den Wert, den Sie in Ihrem Betrieb erreichen? | |
| Lesen Sie regelmäßig die Energieverbrauchswerte in Ihrem Unternehmen ab (Vergleich der Verbrauchswerte einzelner Abrechnungszeiträume) und leiten Sie aus Ihren Aufzeichnungen Maßnahmen zur Einsparung ab? | |
| Werden alle technischen Anlagen regelmäßig kontrolliert und gewartet? | |
| Wurde eine Energiesparberatung für das Unternehmen durchgeführt? | |
| Werden elektrische Geräte nach der Nutzung oder bei längeren Arbeitsunterbrechungen abgeschaltet? | |
| Werden bei Neuanschaffungen energiesparende Geräte und Maschinen (z. B. für Verkaufsraum, Lager, Büro, Werkstatt, Restaurant und Küche) bevorzugt? | |
| Ist die Beleuchtungsstärke in den verschiedenen Räumen optimiert? | |
| Sind bei Ihnen - wo sinnvoll - energiesparende Leuchtmittel (z. B. Leuchtstofflampen, Energiesparlampen) im Einsatz? | |
| Sind in den einzelnen Räumen Thermostatventile und Raumtemperaturregler für die Heizung montiert, so dass bedarfsgerechtes Heizen möglich ist? | |
| Verhalten sich die Beschäftigten energiebewusst (z. B. Stoßlüftung anstatt Dauerlüftung)? | |
| Wird die Heiztemperatur nachts abgesenkt? | |
| Wird die Heizungsanlage regelmäßig auf einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent (Abgasverlust weni-ger als 10 Prozent) hin kontrolliert? | |
| Erfolgt eine Rückgewinnung der Wärme von Kühlaggregaten? | |
| Werden alle Wertstoffe getrennt erfasst (Papier, Pappe/Kartonagen, Glas, Weißblech, Aluminium, Kunststof-fe, Organik)? | |
| Sind die Behälter für die Wertstofferfassung gut gekennzeichnet? | |
| Werden Sonderabfälle getrennt gesammelt und entsorgt z. B. Abbeizer, Abfluss-/ Rohrreiniger, Ablauger, Ameisenvertilger, Autobatterien, Autolacke, Autopflegemittel, Batterien/Akkus, Bohnerwachse, Bremsflüssigkeit, Desinfektionsmittel, Dichtungsmassen, Duftsteine, Entkalker, Farben/Lacke, FCKW-haltige Produkte, Holzschutzmittel, Klebstoffe, Leuchtstoffröhren/Energiesparlampen, Pinselreiniger, Sanitärreiniger, Toner)? | |
| Werden die vom Kunden zurückgenommenen Altgeräte (z. B. Kühl- und Gefriergeräte) und Altstoffe (z. B. Umverpackungen, Batterien, Altöl, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen) der fachgerechten Entsorgung zugeführt? | |
| Hat das beauftragte Entsorgungsunternehmen die ordnungsgemäße Entsorgung generell bestätigt (evtl. Vertrag)? | |
| Werden bei Sonderabfällen die besonderen gesetzlichen Anforderungen zu Lagerung und Transport beachtet? |
Auch bei der Reinigung des Ladens und der Büroräume können Sie ohne großen Aufwand etwas für die Umwelt tun. Hier gibt es eine Vielzahl umweltverträglicher Produktalternativen, die den gleichen Reinigungszweck erfüllen.
Überprüfen Sie Ihr Haus:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Werden Putz- und Reinigungsmittel mit milden Inhaltsstoffen eingesetzt (z. B. Schmierseife, Mittel mit Essig, Zitronensäure, Spiritus)? | |
| Wird auf weniger umweltverträgliche Reinigungsmittel verzichtet (z. B. Mittel mit Phosphaten, Sulfaten, Formaldehyd, Bleichmitteln auf Chlorbasis)? | |
| Erfolgt eine sparsame Dosierung der Reinigungsmittel? | |
| Wird weitgehend auf Desinfektionsmittel verzichtet? | |
| Werden Duftspender und chemische „Luftverbesserer“ nach Möglichkeit vermieden? | |
| Werden Staubsauger mit Feinstaubfiltern verwendet? | |
| Wird bei der Neuanschaffung von Reinigungsgeräten auf niedrigen Reinigungsmittelverbrauch geachtet? |
Ansatzpunkte dafür, um im Büroalltag mehr Umweltschutz zu betreiben, bieten der Materialverbrauch, der Energieverbrauch, mögliche Emissionen und die Entsorgung. Viele Maßnahmen im Bürobereich sind kostenneutral umzusetzen, andere (z. B. Nachfüllsysteme) sind mit Kosteneinsparungen verbunden.
Prüfen Sie anhand folgender Aufstellung, welche Maßnahmen für Sie in Frage kommen:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Wird einseitig bedrucktes Papier als Notiz- bzw. Schmierpapier verwendet? | |
| Wird beidseitig kopiert? | |
| Gibt es in den Büros gesonderte Sammelvorrichtungen für Altpapier? | |
| Werden in Ihren Büros umweltschonendere Büroartikel verwendet, z. B. ...? | |
| - Recyclingpapiere (Briefpapier, Briefumschläge, Prospekte, Hausmitteilungen, Telefon-Mitteilungen, EDV-Ausdrucke, Kopierpapier/Faxpapier) | |
| - Nachfüllsysteme (z. B. Textmarker, Stifte) | |
| - Lösungsmittelfreie Artikel (z. B. Faser-/Filzschreiber, Textmarker, Korrekturlacke, Kleber) | |
| - Umweltverträgliche Materialien (z. B. Holz- und Kartonablagekörbe, unlackierte Blei- und Buntstifte, Holzlineale, Ringordner aus Recyclingmaterial, Bleistiftspitzer aus Metall, PVC-freie Sichthüllen) | |
| Wird bei der Beschaffung von Bürogeräten (z. B. PC, Fax, Drucker) auf Energieverbrauch, Materialverbrauch, Schadstoffemissionen, Lärm, Entsorgungsprobleme geachtet? | |
| Sind im Büro die Arbeitsplätze so angeordnet, dass auf Kunstlicht weitgehend verzichtet werden kann (Aus-nutzung von Tageslicht)? |
Verkaufsräume müssen in erster Linie ein Umfeld bieten, in dem sich Ihre Kunden wohlfühlen und in dem die Ware optimal zur Geltung kommt. Jedoch können auch hier einige Punkte beachtet werden, die der Umwelt gut tun und dem Wohlbefinden Ihrer Kunden dienen.
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Können Pflanzen zur Verbesserung des Raumklimas eingesetzt werden? | |
| Werden beim Innenanstrich schadstoffarme Farben und Lacke verwendet? | |
| Wird aufgrund des hohen Reflexionsgrades auf helle Farben für Wände und Einrichtungsgegenstände geachtet? | |
| Wird in Innenräumen chemischer Holzschutz vermieden? | |
| Wird bei Tapeten, Bodenbelägen und Dekorationsstoffen auf die Umweltverträglichkeit geachtet? |
Immer mehr Handelsunternehmen verfügen über ein Bistro oder sogar ein Restaurant, wo Kunden eine kurze Pause einlegen können. Zum Kundenservice gehören in vielen Häusern auch Sanitärräume. Auch hier bieten sich Ansatzpunkte für mehr Umweltschutz.
Überlegen Sie, ob folgende Maßnahmen für Sie in Frage kommen:
| Spalte 1 | Spalte 2 |
|---|---|
| Werden in Ihrem Restaurant/Bistro Getränke auch aus Mehrwegflaschen oder Zapfanlagen angeboten? (Beachten Sie hier bitte auch die Mehrwegangebotspflicht seit 1.1.2023) | |
| Werden Mehrweggeschirr, -besteck und Gläser verwendet? | |
| Wird auf Portionsverpackungen bei Milch, Zucker, Senf, Salz, Pfeffer, Ketchup, Zitronensaft usw. verzichtet (stattdessen: offenes Angebot)? | |
| Werden Servietten, Küchenrollen, Kaffeefilter aus Recycling-Papier verwendet? | |
| Wird in der Küche auf energiesparendes Kochen geachtet? | |
| Wird bei Geschirrspülmaschinen die Füllkapazität voll ausgenutzt? | |
| Werden in den Sanitärräumen Toilettenpapier und Handtücher aus Recyclingpapier verwendet? | |
| Kommen nachfüllbare Dosierspender für Seife zum Einsatz? | |
| Sind an den Armaturen Perlatoren, Durchflussbegrenzer oder Sensoren angebracht? | |
| Sind WC's mit Spülstopps ausgestattet und entsprechend beschildert? |
Die Entwicklung des Einzelhandels in den letzten Jahrzehnten ist gekennzeichnet durch eine kontinuierliche Flächenexpansion bei gleichzeitig rückläufiger Zahl der Betriebe. Die damit verbundenen Umweltwirkungen liegen auf der Hand: steigender Versiegelungsgrad, Luftbelastungen durch den Verkehr und natürlich die mit dem Unterhalt der Flächen verbundenen Ressourcen- und Energieverbräuche. Wesentliche Kosteneinspareffekte können erzielt werden, wenn bei der Gebäudegestaltung einige Punkte berücksichtigt werden.
Prüfen Sie:
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Wird bei Neu-, Umbauten und Renovierungen ein Umwelt- oder Energieberater zu Rate gezogen? | |
| Sind Maßnahmen zur winterlichen Wärmedämmung überprüft worden (z. B. Dachdämmung, Fußbodendämmung, Außenwanddämmung, Innenwanddämmung, Isolierverglasung, Fassadenbegrünung, Dachbegrünung)? | |
| Sind Maßnahmen zur sommerlichen Wärmedämmung (z. B. Dachüberstände, Markisen, Jalousien, schattenspendende Bäume und Büsche) überprüft worden? | |
| Werden sogenannte Wärmebrücken vermieden? | |
| Grenzen Kühl- und Lagerräume an beheizte Räume? | |
| Wird eine vollständige Versiegelung von Parkplätzen vermieden? | |
| Wird auf kurze, optimale Leitungswege (Ver- und Entsorgungsleitungen) geachtet? |
Dass bei der Beschaffung von Geschäftsfahrzeugen Aspekte wie die Schadstoffbelastung und der Treibstoffverbrauch berücksichtigt werden, ist bereits selbstverständlich. Hinsichtlich des Verhaltens bei der Nutzung der Fahrzeuge sind jedoch in einigen Betrieben deutliche Verbesserungen möglich.
| Voraussetzungen | Ja / Nein |
|---|---|
| Werden runderneuerte Reifen eingesetzt? | |
| Werden kleinere Botengänge zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt? | |
| Wird das Personal über umweltverträgliches Fahrverhalten informiert? | |
| Werden die Mitarbeiter bei An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützt (z. B. durch Übernahme oder Zuschuss zu den Fahrtkosten)? | |
| Werden Fahrgemeinschaften des Personals unterstützt? |
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Sowohl Sie als auch Ihre Mitarbeiter können im privaten Bereich einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel zugute. Selbstverständlich können die folgenden Tipps auch im Beruf genutzt werden.
Fahrrad, Fahrgemeinschaften, ÖPNV
Versuchen Sie auf Ihr Auto zu verzichten. Für
kurze Strecken eignet sich als Alternative das Fahrrad. Sie bleiben fit, kommen meist
bis direkt vor die Tür und sparen sich die Parkplatzsuche. Für längere Distanzen sind
Fahrgemeinschaften, ÖPNV oder Carsharing eine Möglichkeit. Hier sparen Sie sich
teuren Sprit und Verschleiß. Die Bildung von Fahrgemeinschaften unterstützten Sie
z. B. durch Aushänge in Ihrem Unternehmen, auch Fahrpläne des ÖPNV können
dort veröffentlicht werden. Die Bezuschussung von Fahrkarten kann für Sie auch
steuerlich vorteilhaft sein.
Ökostrom
Eine einfache Möglichkeit zum Umweltschutz ist der Wechsel von Stromanbieter oder -tarif hin zu Ökostrom. Angebote erhalten Sie bei ihrem derzeitigen
Anbieter oder im Internet über Anbietervergleiche. Meist ist Ökostrom auch nicht teurer als herkömmlicher Strom.
Eisfach und Gefriertruhe
Ein regelmäßiger Blick in Gefriertruhe und Eisfach im Kühlschrank lohnt sich. Bereits eine dünne Eisschicht von einem Zentimeter erhöht den
Energieverbrauch dieser Geräte um etwa 50 Prozent. Sollte sich eine Eisschicht gebildet haben, tauen Sie das Gerät einfach ab. Prüfen Sie außerdem, ob Sie Ihren
Kühlschrank nicht auf eine niedrigere Stufe stellen können. Lebensmittel benötigen
meist nicht die volle Kühlleistung.
Vergeben Sie eine zweite Chance
Heutzutage findet sich oftmals auch für gebrauchte oder defekte Geräte oder Produkte ein Abnehmer. Über Tauschbörsen können Sie Produkte einfach verkaufen oder verschenken. Defekte können meistens
auch mit ein paar eigenen Handgriffen behoben werden – achten Sie hier jedoch
unbedingt auf Ihre eigene Sicherheit. Sogenannte Repair Cafés bieten auch eine
günstige Alternative zu einem Handwerker. Informationen zu Tauschbörsen, Flohmärkten oder Repair Cafés erhalten Sie bei Ihrem örtlichen Abfallentsorgungsbetrieb.
Cleveres Heizen und Lüften
Achten Sie darauf, dass Ihre Räume nicht zu kalt oder
heiß sind. Im Wohnzimmer reicht meist bereits eine Temperatur von 20–22 Grad aus,
im Schlafzimmer genügt hingegen schon eine Temperatur von 16–18 Grad. Nutzen
Sie beim Lüften das Stoßlüften. Auf diese Weise gelangt viel frische Luft in den
Raum, ohne dass er auskühlt. Ein gekipptes Fenster kühlt den Raum hingegen langsam aus.
Standby vermeiden
Viele Geräte verbrauchen weiterhin Strom auch wenn sie nicht
genutzt werden. Das sogenannte Standby ist zwar komfortabel, trägt aber auch zu
einer hohen Stromrechnung bei. Achten Sie deshalb darauf, Ihre Geräte nach Möglichkeit vollständig auszuschalten. Auch angeschlossene Adapter oder Netz- und Ladekabel verbrauchen weiterhin Strom. Eine praktische Hilfe stellen schaltbare
Steckerleisten mit Ein-/Ausschaltknopf dar.
Das Bayerische Landesamt für Umweltschutz hat gemeinsam mit dem Handelsverband Bayern einen spezifischen Leitfaden entwickelt, welcher vor allem kleineren und mittleren Unternehmen den Einstieg in den betrieblichen Umweltschutz erleichtern soll.
Den Leitfaden für den Einzelhandel finden Sie unter https://www.umweltpakt.bayern.de/download/werkzeuge/branchenleitfaeden/einzelhandel_barrierearm.pdf. Weitere Informationen in Form eines zusätzlichen Leitfadens, Checklisten und Hilfestellungen finden Sie unter www.umweltpakt.bayern.de/werkzeuge/branchenleitfaeden/module.htm?m=4
Der Umwelt- und Klimapakt Bayern (www.umweltpakt.bayern.de) ist eine Vereinbarung zwischen der Bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft. Freiwilligkeit, Übernahme von Eigenverantwortung beim Umweltschutz sowie kooperatives Handeln zählen seit der Erstunterzeichnung 1995 zum Grundverständnis des Charakters von Projekten und Erklärungen im Umweltpakt. Dahinter steht die gemeinsame Überzeugung von Staat und Wirtschaft, dass die natürlichen Lebensgrundlagen mit Hilfe einer freiwilligen und zuverlässigen Kooperation von Staat und Wirtschaft besser geschützt werden können als nur mit Gesetzen und Verordnungen. Mit beispielhaften und gemeinsamen Projekten von Staat und Wirtschaft soll der Umweltpakt sichtbar machen, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand in einer intakten Umwelt beitragen. Übergeordnetes Ziel des Umweltpaktes ist die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes in allen Bereichen.
Die Vorteile für Unternehmen sind dabei Kosteneinsparung sowie Einsparung bei Energie und Ressourcen, Rechtssicherheit, Information und Förderung, Imagegewinn und „Wir“-Gefühl der Mitarbeiter. Interessierte Unternehmen können unter www.umweltpakt.bayern.de am Umweltpakt Bayern teilnehmen.
Wenn Sie sich darüber hinaus einsetzen wollen, gibt es auch unterschiedliche Programme und Zertifizierungen, denen sich Unternehmen anschließen können. Ein Beispiel ist die SCIENCE BASED TARGETS initiative (SBTi), welche von führenden Klima- und Umweltschutzorganisationen entwickelt wurde um Unternehmen auf wissenschaftlicher Basis bei der Begrenzung ihres Emissionsausstoßes zu unterstützen.
Der Handelsverband Bayern befürwortet und unterstützt ausdrücklich die Bestrebungen seiner Mitglieder für den Umweltschutz. Weitere Informationen zum Thema Umweltschutz finden Sie bei der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMU unter www.klimaschutz.de. Der Handelsverband Deutschland unterstützt Einzelhändler ebenfalls mit einer Klimaschutzoffensive unter www.hde-klimaschutzoffensive.de.
